Ballaststoffe sind lebenswichtig - Titel- BellsWelt

Roggen – der gesunde Klassiker

Der Roggen wird seit Jahrtausenden als Brotgetreide verwendet. Aber schon vor zweitausend Jahren begann seine Verdrängung durch den Weizen, weil weißes Brot bei den Reichen und Mächtigen und zuletzt auch bei der normalen Bevölkerung immer beliebter wurde. Seit einigen Jahren erlebt der Roggen ein Comeback. Dieses Comeback ist auch gut, den das herzhaft schmeckende Korn steckt voller Vitalstoffe. Erfahren Sie hier alles Wichtige über Roggen – der gesunde Klassiker.

Herkunft

Der Roggen war im Orient ein Wildgras und seine nachgewiesenen Nutzungen gehen auf die Zeit um 6600 v.Chr. zurück. Im Laufe der über 8000 Jahre hat sich auch seine Nutzung geändert vom Brotgetreide und Futtermittel bis hin zum nachwachsenden Rohstoff. Im Jahr 2019 wurden weltweit über 12 Millionen Tonnen Roggen geerntet, wobei Deutschland mit über 3 Millionen Tonnen Spitzenreiter war.

Roggen - der gesunde Klassiker - Roggen mit Mohn - BellsWelt
Roggen mit Mohn (c) BellsWelt

Roggen – der gesunde Klassiker und seine Inhaltsstoffe

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Roggen ein sehr wertvolles Getreide und sollte auch von uns Menschen öfter genossen werden. Die Nutzung sollte nicht nur den Tieren und der Industrie vorbehalten bleiben. Trotz aller der ganzen gesundheitlichen Vorteile, die wir gleich noch abhandeln werden, spielt der Roggen immer noch eine untergeordnete Rolle in unserer Ernährung.

Im Vergleich mit anderen Getreiden liefert Roggen die meisten Ballaststoffe und wichtige Vitamine. Die Körner enthalten

Roggen – der gesunde Klassiker zum Abnehmen

Durch den hohen Ballaststoffanteil wird Roggen besonders zum Abnehmen empfohlen. Gerichte mit vielen Ballaststoffen bremsen auch das Hungergefühl. Während der Verdauung binden die Stoffe Wasser und quellen auf, sodass wir uns schneller satt fühlen. Dieser Effekt wird durch den niedrigen glykämischen Index noch gefördert. Der Ballaststoffgehalt fördert unsere Verdauung und unterstützt eine gesunde Darmflora. Die Ballaststoffe können aber noch mehr; sie senken das Diabetes Risiko signifikant (1). Leider erreichen nach einer Verzehrstudie rund 2/3 der Bevölkerung nicht die empfohlene Menge an Ballaststoffen und daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen an Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herzleiden erkranken (2).

Roggen – der gesunde Klassiker für starke Nerven

Das aus Roggen gewonnene Roggenmehl ist besonders reich an Vitaminen der B-Gruppe, die für unser Gehirn und unser Nervensystem eine sehr wichtige Rolle spielen. 100 Gramm Roggenvollkornmehl decken den von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin B1 zu rund 32 Prozent und beim Vitamin B5 zu 25 Prozent. Die Vitamine sind unteranderem auch für wichtige Stoffwechselprozesse in unserem Körper unerlässlich. Das auch vorhandene Lecithin ist ebenfalls an der Stärkung unserer Nerven beteiligt.

Roggen - der gesunde Klassiker - Roggen mit Mohn - BellsWelt (2)
Roggenfeld (c) BellsWelt

Roggen – der gesunde Klassiker gegen Cholesterin

Oben habe ich schon einmal auf die vorhandenen Eiweiße hingewiesen. Roggen besitzt einen sehr großen Anteil an Lysin. Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst produzieren kann, also über die Nahrung zugeführt werden muss. Lysin besitzt antivirale Eigenschaften, unterstützt das Immunsystem und ist am Knochenstoffwechsel beteiligt. Neuere Studien zufolge wirkt sich dieser Eiweißbaustein günstig auf unsere Blutgefäße und den Cholesterinspiegel aus (3). Im Zusammenspiel mit den Ballaststoffen und den ungesättigten Fettsäuren hilft der Roggen den Cholesterinspiegel zu senken.

Roggen – der gesunde Klassiker mit vielen Mineralstoffen

Mineralstoffe sind auch für uns alle sehr wichtig, um nicht zu sagen lebenswichtig und Roggen schenkt uns einen ganzen Schwung Mineralstoffe. Die Konzentration von Magnesium und Eisen im Roggen ist sogar höher als in Fleisch. Kalium und Magnesium stärken unter anderem die Herzgesundheit und das Zusammenspiel aller Vitalstoffe bestätigt die Auffassung das eine abwechslungsreiche Ernährung nach den Regeln des DGE eine gute Ernährung ist und Roggen seinen Anteil dazu leistet.

Roggen in der Küche

Der Roggen ist nach Weizen die zweithäufigste in Deutschland verwendete Getreidesorte. Er wird in der Küche wie Weizen zum Backen von Brot, Gebäck und Lebkuchen verwendet. Vorteilhaft ist allerdings, dass Produkte aus Roggen aromatischer und länger haltbar sind. Roggenbrot trocknet deswegen auch nicht so schnell aus.

Verwendung findet der Roggen hauptsächlich als Brotgetreide. Roggenbrot ist als Vorratsbrot beliebt, z.B. als Schwarzbrot oder Pumpernickel. Weitere verfügbare Formen sind Roggenteigware wie Nudeln.

Roggenmehltypen haben einen hohen Anteil an Mineralien. Das kann man an den Type-Bezeichnungen der Mehle erkennen. Je höher der Wert, desto mehr Mineralien sind auch in dem Produkt enthalten. 

Neben dem Roggenmehl gibt es auch Schrot oder Roggenflocken. Zubereitet mit Milch, ergeben sie ein vollwertiges Frühstück.

Der folgende Absatz dient nur als Information um das Allgemeinwissen zu fördern😉.

Neben den großartigen gesunden Produkten wird aus Roggen auch Alkohol gebraut. Aus Roggen wird zum Beispiel Bier hergestellt. Außerdem destilliert man aus der Roggenmaische gerne Wodka, denn der Geschmack wird durch den Roggen lieblich und angenehm mild. In Amerika und Kanada dient Roggen auch als Grundlage für die Herstellung von Whiskey.

Pflanzenbasierte Ernährung - Vollkornbrot - BellsWelt
Vollkorn-Körnerbrot© BellsWelt

Roggen – der gesunde Klassiker: Fazit

Roggen ist sowohl äußerlich als auch von Konsistenz und Geschmack her deutlich prägnanter als Weizen. Alle Weißbrot Liebhaber, die den Roggen weniger schätzen, sollten langsam umdenken, denn das Getreide punktet mit einigen gesundheitlichen Vorzügen: Roggen besitzt reichlich Ballaststoffe, versorgt uns mit viel Protein und besonders mit dem sehr nützlichen Eiweißbaustoff Lysin. Roggen senkt den Cholesterinspiegel, stärkt die Herzgesundheit, verringert das Diabetes Typ 2 Risiko, stärkt die Nerven und unterstützt das Abnehmen. Rundum ein gesundes Getreide und von dem letzten Absatz im vorhergehenden Abschnitt möchte ich nicht reden.

Ich darf diesen Beitrag zum Anlass nehmen und auf meinen Alltagstipp Altes Brot verwerten hinweisen. Helfen Sie bitte mit gegen diese unmögliche Lebensmittelverschwendung vorzugehen.

Bleiben oder werden Sie gesund!


  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6163785/
  2. https://www.dge.de/presse/pm/mehr-ballaststoffe-bitte/
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19555809/