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Mariendistel – Leber-Heilpflanze

Auch heute noch werden viele Krankheiten und Beschwerden mit Heilkräutern bekämpft. Leider gibt es immer noch Heilpflanzen deren Wirkpotential nicht umfassend erforscht ist. Auch die Mariendistel, die seit der Antike als Heilpflanze der Leber eingesetzt wird, gehört zu den noch wenig erforschten. Sie wirkt unter anderem antioxidativ, entzündungshemmend und immunstärkend. Somit kann sie bei vielen chronischen Erkrankungen hilfreich sein. Erfahren Sie alles Wichtige über die Mariendistel – Leber-Heilpflanze.

Herkunft

Die Mariendistel, auch Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Frauendistel und Heilandsdistel genannt, gehört zu der Familie der Carduoideae. Die Mariendistel ist vor allem im Mittelmeerraum beheimatet und mittlerweile auch in Nord- und Südamerika sowie in Südaustralien eingebürgert. Für den medizinischen Gebrauch wird die Christi Krone in Österreich, Ungarn, Deutschland, Argentinien und Venezuela angebaut.

Mariendistel wurde schon in der Antike als Heilpflanze gegen Schlangenbisse und Gallensteine eingesetzt. Im Mittelalter wurde sie bei Leberleiden verordnet. Insgesamt eine sehr interessante Pflanze.

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Mariendistel mit Besuch

Mariendistel – Leber-Heilpflanze und ihre Inhaltsstoffe

Die Früchte der Mariendistel werden als Naturheilmittel eingesetzt. Die Früchte bestehen zu 1,5 bis 3 Prozent aus Silymarin, zu circa 30 Prozent aus Öl (unter anderem Linol- und Ölsäure) und zu einem erheblichen Teil aus Eiweiß. Der Hauptwirkstoff der Donnerdistel ist das sogenannte Silymarin. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Flavonoiden.

  • Flavonoide gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind für die Farbgebung der Pflanzen verantwortlich und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen.
  • Die meisten Flavonoide haben eine gelbliche Färbung. Hierher rührt auch ihre Namensgebung, denn der Name wurde vom lateinischen Begriff flavus = gelb abgeleitet. Inzwischen sind bis zu 6.500 Verbindungen bekannt, die man abhängig von ihrer Grundstruktur in verschiedene Gruppen eingeteilt hat.

Flavonoide, so toll sie auch immer sind, werden vom Körper schnell ausgeschieden. Silymarin ist schwer wasserlöslich und von daher ist das Trinken von Tee aus Mariendistelsamen nicht sinnvoll. Es ist von daher angezeigt auf hochdosierte Fertigpräparate zurückzugreifen. Gleichwohl kann ein Tee, trotz seiner geringen Wirkstoffdichte bei Völlegefühl und Blähungen nützlich sein.

Mariendistel – Leber-Heilpflanze: Eigenschaften

Das Gemisch Silymarin ist nachweislich

  • Entzündungshemmend: Mariendistelextrakt unterbindet mögliche Entzündungen in der Leber nachweislich.
  • Zellschützend: Es hemmt das Eindringen von giftigen Stoffen in die Zelle, indem es den sogenannten Proteintransport stoppt. Zusätzlich erschwert es die Bindung von Stoffen in der Zelle.
  • Stabilisierend: Silymarin stabilisiert und festigt die Zellmembran unserer Leberzellen. So wird den Toxinen das Eindringen in die Zellen erschwert.
  • Leberregenerierend: Silymarin steigert die RNA-Synthese und die Proteinbildung. So werden neue Leberzellen gebildet und beschädigtes Gewebe in der Leber erneuert.
  • Antioxidativ: Silymarin ist ein sehr starkes Antioxidans und bekämpft somit freie Radikale, die die Leberzellen schädigen könnten. Auf diese Weise reduziert das Silymarin die schädigenden Wirkungen von Alkohol, Medikamenten und einem ungesunden Lebenswandel.
  • Verdauungsfördernd 
  • Cholesterinsenkend

Viele gute Eigenschaften die hauptsächlich Leber und Galle stärken, aber nicht nur.  

Mariendistel – Leber-Heilpflanze: Wirkungen

Besprechen wir im Folgenden die gesundheitlichen Vorteile der Mariendistel auf unseren Körper

Leber

Auch wenn die Mariendistel in ihrer Gänze noch nicht erforscht ist, jedoch die Auswirkungen auf die Lebergesundheit sind gut untersucht.

Silymarin verhindert zum Beispiel das Eindringen von Giften in die Leberzelle und fördert gleichzeitig die Neubildung gesunder Leberzellen, fördert die Regeneration der Leber (1).

Wer Medikamente einnimmt und schon einmal einen Beipackzettel gelesen hat, weiß das Nebenwirkungen auftreten können. Mariendistel kann die Leber teilweise vor medikamentenbedingten Schäden schützen. Auch die Folgen von Alkohol und von Strahlentherapien kann die Frauendistel zu einem gewissen Grad abmildern (2).

Die Heilkräfte der Natur wirken oft viel schonender und nachhaltiger auf den menschlichen Organismus als rein chemisch hergestellte Arzneien. Sie sorgen dafür, dass sich unser Körper in Ruhe stabilisieren und genesen kann, ohne ihn dabei zu sehr zu belasten. So ist es auch hier mit der Leber und der Mariendistel. Die Heilung einer geschädigten Leber braucht Zeit. Die Schädigung der Leber ist auch nicht von jetzt auf gleich geschehen, sondern über viele Jahre hinweg. Und mit einer Packung Mariendistelextrakt ist auch nicht alles wieder wie vorher. Die Natur braucht Zeit und wir müssen die Geduld haben. Eine Lebererkrankung ist auch keine Sache für eine Selbstmedikation, sondern ist die Sache eines vertrauten Mediziners.

Galle

Die Heilandsdistelsamen haben eine gallenflussfördernde Wirkung und regen auch die Gallenblasenentleerung an. Das Curcumin in Kurkuma hat eine ähnliche Wirkung und daher bietet es sich an, beide Wirkstoffe zu kombinieren.

Magen und Darm

Die Mariendistel ist Bestandteil vielen Präparate, die bei Reizmagen und Reizdarm eingesetzt werden. Meist in Zusammenarbeit mit Kamille, Kümmel, Melisse, Minze und ähnlich wirkenden Stoffen.

Bei einem verdorbenen Magen kann die Fieberdistel zusammen mit Kamille verordnet werden, um die Leber vor den Stoffen zu schützen, die die Verstimmung ausgelöst haben.

Krebs

In meinem Beitrag über Kurkuma habe ich schon dargelegt, dass Curcumin als Krebshemmer angesehen wird. So sieht es die Wissenschaft auch beim Silymarin. Wenn beide Stoffe geeignet sind, Krebs zu bekämpfen, dann liegt es doch nahe, beide gemeinsam einzusetzen. In Studien wurde festgestellt, dass die Kombination von Silymarin und Curcumin die Ausbreitung von Krebszellen hemmte und zum Absterben der Krebszellen führte (3).

Studien der letzten 20 Jahre kamen zu den Ergebnissen, dass Silymarin Haut-. Brust-, Prostata- und Darmkrebs bekämpfen kann.

Nebenwirkungen der Chemotherapie und Strahlentherapie

Krebspatienten, die mit einer Chemotherapie behandelt werden, leiden sehr oft unter einer Leberentzündung, die von der Chemo ausgelöst wird. Bei entsprechenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein Mariendistelpräparat die Leberentzündung bekämpfen kann, ohne die Wirkung der Chemotherapie zu beeinflussen (4).

Bei der Strahlentherapie zum Beispiel zur Bekämpfung von Brustkrebs erleiden über 80 Prozent der Patientinnen teils schwere Hautentzündungen. Eine Behandlung mit einer Silymarin haltigen Creme zeigte sehr zufriedenstellende Behandlungserfolge (5). 

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Mariendistel

Mariendistel – Leber-Heilpflanze: Fazit

Als pflanzliches Arzneimittel werden Mariendistelextrakte zur unterstützenden Behandlung von Leberbeschwerden und zur Verbesserung der Leberfunktion eingesetzt.

Auch Tees aus Mariendistelfrüchten werden gelegentlich eingenommen. Aufgrund des faden und öligen Geschmacks werden Teezubereitungen aus Mariendistelfrüchten häufig mit anderen Pflanzen, beispielsweise Fenchel, kombiniert. Da Silymarin aber schlecht wasserlöslich ist, sind Teepräparate nicht zur Anwendung bei Leberbeschwerden geeignet. Sie können jedoch zur Linderung von leichten Verdauungsbeschwerden verwendet werden.

Mariendistelprodukte werden insgesamt sehr gut vertragen und sind praktisch nebenwirkungsfrei, selbst in hohen Dosierungen.

Zu beachten: Die Mariendistel ist ein Korbblütler und darf daher bei Korbblütler-Allergie nicht angewendet werden.

Bleiben oder werden Sie gesund.


  1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20564545/
  2. https://journals.lww.com/jcge/Abstract/2003/10000/Silymarin_Retards_the_Progression_of.13.aspx
  3. https://www.jcancer.org/v07p1250.htm
  4. https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.24723
  5. https://link.springer.com/article/10.1007/s00066-011-2204-z