Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau - Titel - BellsWelt

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau und eine wertvolle Alternative zu Soja. Die Samen der Süßlupinen lassen sich ähnlich wie Soja zu vielen Lebensmitteln verarbeiten. Sie enthalten fast 40 Prozent Eiweiß. Das Lupinen-Protein enthält alle essenziellen – lebensnotwendigen – Aminosäuren, Vitamin E und wichtige Spurenelemente wie Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen in relevanten Mengen. Erfahren Sie alles Wichtige zu dem großartigen Eiweißlieferanten aus regionalem Anbau und warum er so wichtig für Vegetarier und Veganer ist.

Herkunft

Die Lupinen, auch als Lupinenbohne, Wolfsbohne oder Feigbohne bekannt, gehören zur Familie der Hülsenfrüchtler. Bohnen, Erbsen, Sojabohnen und Kichererbsen gehören zu gleicher Familie.

Seit rund 4000 Jahren werden Lupinen bereits vom Menschen angebaut. Wie bei jeder Hülsenfrucht werden auch bei den Lupinen die Lupinensamen gewonnen und als Lupinenmehl oder Lupinenschrot verarbeitet. Diese dienen als vielseitiges und besonders eiweißreiches Lebensmittel.

Sind Lupinen giftig?

Eine Frage; zwei Antworten. Wildform Ja; Zuchtform Nein.

Die Wildform der Hülsenfrucht enthält größere Mengen an bitteren und giftigen Alkaloiden. Da die Alkaloiden unsere Nerven, die Verdauung und den Kreislauf bis hin zur Atemlähmung schwer beeinträchtigen können, warnt das BfR-Bundesinstitut für Risikobewertung- davor diese Samen zu verzehren (1). Früher wurden die Bitterstoffe in aufwendigen Spülverfahren, oft mit Meerwasser, ausgespült. Dies ist nicht mehr nötig, da es bereits vor 100 Jahren gelang, die Alkaloiden herauszuzüchten.

Zur Unterscheidung nennt man die Zuchtlupinen ohne Bitterstoffe Süßlupinen. Heute werden die folgenden Sorten angebaut:

  • Gelbe Lupine
  • Weiße Lupine
  • Blaue Lupine

Ihre Samen können direkt zur Lebensmittelproduktion verwendet werden, ohne aufwendige Spülungen.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau - getrocknete Samen- BellsWelt
Getrocknete Lupinensamen

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau und ihre Inhaltsstoffe

Die regionale Lupine könnte und sollte ein wichtiges Nahrungsmittel für die zukünftige Gesellschaft werden. Sie ist eine umweltfreundliche und eiweißreiche Alternative zu Soja- und Fleischerzeugnissen.

Die Lupine bildet im Boden ein tief verzweigtes Wurzelnetzwerk, dass der Pflanze eine hohe Nährstoffaufnahme ermöglicht. Zudem bindet sie enorm viel Stickstoff aus der Erde und daher ist ein hoher Düngerverbrauch überflüssig. Beides gut für die Umwelt.

Leider findet die Lebensmittelindustrie nicht so großen Gefallen an den Lupinen und verwendet weiterhin Soja. Dank einer hohen biologischen Verfügbarkeit und einer guten Verdaulichkeit der Samen, können Süßlupinen eine ausgewogene Ernährung im Sinne der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) optimal ergänzen. Dazu aber später mehr.

Makronährstoffe in Lupinen

Die Grundbausteine unserer Ernährung sind Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate. Diese werden als Makronährstoffe bezeichnet und bilden das Fundament aller Stoffwechselprozesse in unserem Körper. Diese Bausteine werden konsumiert und sie sind das „Baumaterial“ des menschlichen Körpers und sie liefern auch die Energie für unseren Organismus.

Wie schon erwähnt gibt es Eiweiß in großen Mengen, Ballaststoffe für eine gute Verdauung auch reichlich und Fett und Kohlenhydrate in moderaten Mengen.

Besonders wichtig für unseren Körper in das in den Süßlupinen enthaltene Eiweiß. Die Samen bestehen aus 36 bis 48 Prozent aus Proteinen. Soja liegt bei 35 bis 45 Prozent. Das Lupineneiweiß ist sehr hochwertig und enthält alle acht essenziellen Aminosäuren, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Im Gegensatz zu Soja sind Lupinen fettarm (6-zu 20 Prozent). Ein Großteil der Fettsäuren der Lupinen besteht aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Der Ballaststoffanteil wirkt sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus.

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Lupinenfeld

Mikronährstoffe in Lupinen

Zu den Mikronährstoffen zählen wir Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Mikronährstoffe sind im Verhältnis zu den Makronährstoffen nicht minder wichtig, gleichwohl liefern sie keine Energie.

Sprechen wir von einer ausgewogenen Ernährung im Sinne der DGE dann gehören immer Makro- und Mikronährstoffe dazu.

Lupinen und ihre Vitamine

Die Lupinensamen sind auch reich an Vitaminen. Beginnen wir mit dem Vitamin A. Es ist nicht in den Lupinen, diese enthalten Carotinen, die vom Körper in das augenschützende Vitamin A umgewandelt werden. Aber das antioxidativ wirkende Vitamin E befindet sich in der Lupine. Vitamin E schützt Körperzellen vor freien Radikalen, die unsere Körperzellen zerstören wollen. Gleichzeitig stärkt das Vitamin noch unser Immunsystem.

Auch einige Vitamine des B-Komplexes gehören zu den Inhaltsstoffen der Samen. So etwa Thiamin (Vitamin B1) und Folsäure (Vitamin B9). Gemeinsam sind sie unter anderem überaus bedeutend für den Energiestoffwechsel und das Nervensystem.

Mineralien und Spurenelemente in Lupinen

Mineralstoffe und Spurenelemente sind, wie wir alle wissen, unentbehrlich für unsere Gesundheit. In Lupinensamen steckt eine sehr gute Kombination dieser Stoffe, nämlich Kalium, Zink, Kupfer, Calcium, Magnesium und Eisen. Zink stärkt das Immunsystem, Magnesium unterstützt Knochen und Muskeln, Kalium reguliert den Wasserhaushalt, Calcium unterstützt die Funktion von Herz und Lunge, Kupfer und Eisen sind an der Zellatmung beteiligt.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau-Gefrorene Lupinensamen-BellsWelt
Gefrorene Lupinensamen

Vorteile von Lupinen

Durch ihre gesunde Kombination aus Nährstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sind Süßlupinen eine wirkliche Bereicherung für eine gesunde Ernährung.

Die heute übliche fleischhaltige Ernährung liefert in der Regel viel Eiweiß, welches unter anderem das Muskelwachstum fördert. Wer jedoch auf tierische Lebensmittel, aus welchen Gründen auch immer, verzichten möchte, findet in Lupinensamen eine ideale Alternative. Zwar finden sich in Lupinensamen genauso viel Eiweiß wie in verschiedenen Fleischsorten, dafür aber deutlich weniger Purin. Diese Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut, was in Maßen keineswegs schädlich ist. Durch einen täglichen und hohen Fleischkonsum, insbesondere von Innereien, kann der normale Wert jedoch schnell überschritten werden. Die Folge sind unter anderem Gichtanfälle und Nierenprobleme.

Nicht umsonst werden Lupinensamen mittlerweile immer mehr als veganer Fettersatz erprobt. Sie weisen einen geringeren Fettanteil als beispielsweise Soja auf, sind kalorienarm und besitzen gleichzeitig eine ähnlich cremige Konsistenz wie Fett. Einen Nachteil gibt es allerdings doch: Im Gegensatz zu tierischem Fett überträgt die Lupine keine Geschmacksstoffe.

Soja oder Lupinen?

Lupinensamen oder Sojabohnen, dass ist jetzt die große Frage. Vegetarier und Veganer greifen bislang meist auf Soja zurück, um ihren Körper mit Eiweiß zu versorgen. Soja gilt immer noch als die Alternative zu Fleischprodukten.

Die exotische Sojabohne hat aber auch erhebliche Nachteile. Das Soja gentechnisch verändert wurde ist in aller Munde und daher spare ich mir weitere Kommentare dazu. Die Sojabohnen zeichnet für die Rodung von Regenwäldern und für sehr lange Transportwege verantwortlich. Da Lupinen regional angebaut werden, haben sie eine viel bessere CO2-Bilanz. Und gentechnisch manipuliert sind sie auch nicht.

Fasst man zusammen sind die Eiweißgehalte in etwa gleich. Der Fettgehalt ist bei Sojabohnen erheblich höher (18 zu 4). Die Lupinen haben die dreifache Ballaststoffmenge und nur ein Drittel der Kohlenhydrate.

Viele gute Gründe auf Produkte aus Lupinen umzusteigen und viele Gründe für die Lebensmittelproduzenten diese auch zu produzieren.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau Lupinenfeld-BellsWelt
Lupinenfeld

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau und unsere Darmflora

Jeder der seine Darmgesundheit aufpeppen möchte, kann Lupinen für sich arbeiten lassen. Der hohe Ballaststoffanteil von circa 15 Prozent wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Die Ballaststoffe fördern den Darmdurchsatz und beugen Darmkrebs vor. Dann wirken Lupinen im Darm noch präbiotisch, das heißt sie dienen den guten Bakterien im Darm als Nahrungsquelle, dadurch wird das bakterielle Gleichgewicht des Darmes gehalten. Das fördert das allgemeine Wohlbefinden und letztendlich ist ein gesunder Darm für ein starkes Immunsystem unerlässlich.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau und die Blutfette

Zu den weiteren gesundheitlichen Vorzügen von Lupinen ist die Studienlage recht dünn, aber erste Untersuchungen lassen großes erwarten.

Bei einem erhöhten Cholesterinspiegel könnte der Verzehr von Lupinenprodukten ratsam sein. Erste Versuche zeigen, dass Lupinen sowohl cholesterinsenkend wirken als auch das Arteriosklerose Risiko senken können. Das bedeutet, dass Lupinen uns vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen können.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau und ihre Risiken

Bislang habe ich nur auf die Vorteile von Lupinen hingewiesen, aber ein paar Nachteile gibt es auch.

Lupinensamen enthalten auch sogenannte Lektine, die den Sauerstofftransport in unserem Blut stören. Sie werden aber durch eine Weiterverarbeitung der Samen – etwa Einweichen oder Kochen – unschädlich gemacht.

Ein gesundheitliches Risiko beim Verzehr von Lupinen-Produkten besteht jedoch für Personen, die unter einer Erdnussallergie leiden. Bei ihnen ist die Gefahr groß, dass sie auch auf Lupinen allergisch reagieren. Somit sollten sie besser auf den Verzehr entsprechender Lebensmittel verzichten.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau - Getrocknte Samen in der Küche - BellsWelt
Lupinensamen in der Küche

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau in der Küche

Lupinensamen finden mittlerweile in einer immer größer werdenden Zahl von Produkten Verwendung.

Die Lebensmittelindustrie verarbeitet Süßlupinen zu Mehl, Aufstrichen, Nudeln, Protein-Pulver und sogar zu Kaffee-, Milch- und Fleischersatz. 

Lupinenmehl*) wird gerne für Eiweißbrote verwendet. Das Mehl ist glutenfrei, sollte aber nur zusätzlich zu anderem Mehl eingesetzt werden.

„Vleisch“ heißt der Fleischersatz*) aus Lupinen. Es gibt ihn als Geschnetzeltes und als Burger.

Lupinennudeln*) gibt es im Handel oder sie lassen sich mit Lupinenmehl selbst fertigen.

Lupinen-Drink*) ist das Milchersatz Produkt.

Neben Lupinen Flocken*) für Müsli, Lupinen Joghurt und Lupinen Aufstriche gibt es noch Lupinen Kaffee*). Dieser schmeckt ähnlich wie Kaffee, enthält aber kein Koffein. Meine Mutter nannte so ähnliche Produkte früher „Muckefuck“.

Dann bietet die Industrie neben dem Lupinen-Protein in Pulverform noch Proteintabletten oder -taps an.

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau: Fazit

Großartige Pflanze!!!

würde als Fazit im Prinzip ausreichen, aber das wird dann doch der Pflanze nicht gerecht.

Das hochwertige Lupinen-Eiweiß enthält alle lebensnotwendigen Aminosäuren und die Samen sind außerdem reich an Vitamin E und wichtigen Spurenelementen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Für Veganer und Vegetarier sind Lebensmittel aus Lupinen damit eine wertvolle Alternative zu Tofu-Produkten aus Soja.

Lupinen stehen für eine gesunde Darmflora und ein starkes Immunsystem und verbessern die Blutfettwerte und stehen somit für eine bessere Herzgesundheit und sollen vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Lupinen. Besonders Erdnuss-Allergiker sollten vorsichtig sein. Für alle Nicht-Allergiker ist die Lupine eine gesunde Alternative – nicht nur für Vegetarier.

Im Gegensatz zu Soja sind Lupinen nicht gentechnisch manipuliert und haben eine viel bessere CO2-Bilanz.


  1. https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2017/12/lupinensamen__gesundheitliche_beeintraechtigungen_bei_bitterem_geschmack_moeglich-200293.html

Lupinen – großartiger Eiweißlieferant aus regionalem Anbau - Lupine - BellsWelt
Lupine

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