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Die Linde als Heilpflanze

Bei den Germanen und den Slaven galt die Linde über Jahrhunderte als heiliger Baum. Viele Orte in Mitteleuropa hatten früher ihre Dorflinde, die das Zentrum des Ortes bildete und der Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch und mehr war. Davon zeugt zum Beispiel das Gedicht „Der Lindenbaum“ von Wilhelm Müller (1794-1827), bekannt auch als Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ in der Vertonung von Franz Schubert (1797-1828). 850 Orte in Deutschland tragen Namen, die auf den Lindenbaum zurückzuführen sind (1). Aber die Linde ist noch mehr als Kulturgut, sie ist auch seit Jahrhunderten eine Heilpflanze. Erfahren Sie alles Wissenswertes über die wunderbare Linde und die Linde als Heilpflanze.

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Lindenbaum in Maria Laach

Wie erkennt man eine Linde?

Bei den Linden handelt es sich um Laubbäume, die je nach Art bis zu 40 m hoch und bis zu 1000 Jahre alt werden können. Freistehende Linden erkennt man unter anderem an dem geraden Stamm und der ausladenden Baumkrone, die viel Schatten spendet.

Ein typisches Merkmal der Linde sind die herzförmigen Blätter, auf denen ein leichter Flaum spürbar ist. Je nach Art treten dabei kleine bis kaum merkliche Unterschiede in der Blattform auf. Die gelblich-weißen, stark duftenden Blüten entwickeln sich im Sommer. Insbesondere Insekten, aber auch der Wind dienen der Bestäubung und Vermehrung. Zum Beispiel lieben Bienen die Linden und dieses Zusammenspiel zwischen Linde und Bienen ergibt einen sehr schmackhaften und gesunden Honig.

In Mitteleuropa gibt es zwei Arten von Linden, einmal die Sommer- und die Winterlinde. Die beiden Lindenarten sind sich sehr ähnlich und nur durch kleine Details zu unterscheiden. Während die Sommerlinde gleichmäßig grün gefärbte Blätter aufweist, die auf der Ober- und Unterseite behaart sind, zeichnen sich die Blätter der Winterlinde durch eine blau-/graugrüne Färbung aus. Bei dieser Art ist an der Oberseite keine Behaarung vorhanden.

Die Linde als Heilpflanze

Die Lindenblüten der Linde werden seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Sie zählt zu den bekanntesten Hausmitteln und ihre Wirksamkeit wird durch die lange Erfahrung in der Hausmedizin belegt. Leider fehlen Studien in der Gänze zu ihrer Wirksamkeit, jedoch gibt es Untersuchungen zu den einzelnen Inhaltsstoffen.

Anwendung in der Naturheilkunde

Die Anwendungsbreite der Linde ist sehr beeindruckend. Sie hat viele positive Eigenschaften

  • Schmerzlindernd bei Rheuma, Migräne, Magen- und Unterleibsschmerzen
  • Blutdrucksenkend
  • Beruhigend
  • Verdauungsfördernd
  • Harntreibend
  • Fiebersenkend
  • Reizlindernd bei Husten
  • Entzündungshemmend bei Halsschmerzen
  • Stärkung des Immunsystems
  • Erfrischend und gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Diese beachtliche Liste möchte ich noch etwas erläutern.

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Lindenblüte

Inhaltsstoffe der Lindenblüte

Die Lindenblüten enthalten eine Kombination aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Flavonoiden und Schleimstoffen. Diese Zusammensetzung ist der Grund für ihre vielfältig heilende Wirkung.

So hemmen die ätherischen Öle (Farnesol) die Bildung von Pilzen. Die Flavonoiden unterstützen die Immun-Abwehr, Saponine wirken genau wie Gerb- und Schleimstoffe entzündungshemmend.

Entzündungen

Bei Entzündungen im Körper hilft Lindenblütentee; aber auch ein Lindenblütenbad. Gerade bei Rheuma eine Wohltat. Dafür ungefähr einen oder eineinhalb Liter Lindenblütentee aufgießen und rund 15 min ziehen lassen. Man kann bei der Zubereitung ruhig reichlich Lindenblüten verwenden. Währenddessen ein Bad einlassen und nach der Ziehzeit den Tee abseihen, also Filtern, und dem Badewasser zugeben und dann das Bad genießen.

Verdauungsbeschwerden

Die Lindenblüte als Heilpflanze hilft nicht nur bei Erkältungen, sondern auch bei Blähungen, Verstopfungen oder Bauchschmerzen. Die entkrampfenden Eigenschaften helfen hier auf eine sanfte Art und Weise.

Freie Radikale

Lindenblüten stecken voller Antioxidantien und sie wirken damit der Zellzerstörung durch freie Radikale auf natürliche Weise entgegen. Aus diesem Grunde werden sie auch unterstützend oder präventiv bei Krebserkrankungen eingesetzt.

Detox

Die Entgiftung des Körpers kann durch die schweißtreibenden Eigenschaften des Lindenblütentees unterstützt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Tee heiß oder kalt genossen wird. Ich habe mit Absicht genossen geschrieben, denn der Tee ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Genuss.

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Lindenblütentee

Lindenblüten in der Frauenheilkunde

Lindenblütentee entspannt die Muskeln sowie die Nerven und löst Ängste. Er wirkt lindernd auf Spannungsschmerzen vor oder während der Menstruation, vor allem bei Kopfschmerzen.

Bei vermehrtem Herzklopfen in den Wechseljahren verschafft die beruhigende Wirkung des Tees Linderung. Die Linde besänftigt wohltuend ein aufgeregtes Herz. Ihr entspannender Effekt wirkt sich auf einen durch Stress erhöhten Blutdruck aus, den sie milde senken kann.

Lindenblütentee kann bei leichten Schlafstörungen entspannend wirken, jedoch sollte er aufgrund der schweiß- und harntreibenden Wirkung nicht direkt vor dem Schlafengehen getrunken werden. Dies gilt natürlich nicht nur für Frauen, denn es soll auch Männer mit Schlafstörungen geben.

Das oben schon angesprochene Bad mit Lindenblüten vor dem Schlafen entspannt nicht nur, sondern strafft die Haut und bringt Erleichterung bei Kopfschmerzen und Migräne.

Hilfe für die Augen

Sehr einfach und effektiv ist die Wirkung von Lindenblüten für müde und erschöpfte Augen. Man bedeckt die Augen über Nacht mit frisch gepflückten Lindenblüten und ist am nächsten Morgen begeistert. Begeistert von der Frische und dem guten Aussehen.

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Sommerlinde in voller Blüte

Lindenblüten sammeln

Wer die frischen Lindenblüten selbst sammeln möchte, kann dies ab Juni in Parks und Gärten tun. Man kann aus frischen Blüten Tee herstellen. Um die Wirkung zu verstärken, ist es jedoch ratsam, die Blüten vorher zu trocknen.

An warmen Tagen kann man sie auf einem Tuch ausbreiten und draußen in der warmen Luft trocknen lassen. Achtet darauf, dass die Sonne nicht direkt auf die Blüten scheint, da das die wertvollen Wirkstoffe zerstören könnte. Eine Trocknung in der Wohnung oder im Haus ist auch möglich und erfüllt noch einen guten Zweck. Der beruhigend und schöne Duft ist in jedem Zimmer zu riechen und beruhigt die Stimmungslage.

Die Lindenblüten kann man mit Hilfe eines Dörrautomaten oder bei 30 – 40°C im Backofen trocknen – beide Methoden verbrauchen jedoch viel Energie und sind deshalb nicht zu empfehlen.

Alternativ kann man die Blüten-Mischung jedoch auch einfach in Bioläden oder Reformhäusern kaufen.

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Lindenallee

Die Linde als Heilpflanze: Fazit

Kurz nach dem Aufblühen des Baumes lassen sich die zahlreichen Blüten sammeln und zum Trocknen auflegen. Sie lassen sich zu Tee oder Sirup weiterverarbeiten und als Badezusatz nutzen.

Die heilsamen Wirkstoffe der Linde helfen bei Erkältungen, grippalen Infekten, Husten oder Krämpfen. Sie stärken das Immunsystem und bekämpfen freie Radikale, unterstützen bei Krebsbehandlungen. Besonders Frauen profitieren in der Schwangerschaft, während und nach der Geburt sowie in den Wechseljahren von den Inhaltsstoffen der Lindenblüten.

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