Löwenzahn – gesund und lecker - Titel - BellsWelt

Löwenzahn – gesund und lecker

Der Gewöhnliche Löwenzahn wächst auf Waldlichtungen, am Straßen- und Wegesrand und auch in vielen Gärten. Sie haben sicher schon gemerkt, dass ich mit Löwenzahn nicht die überaus erfolgreiche Fernsehsendung mit gleichen Namen und dem unvergessenen Peter Lustig meine, sondern die robuste, wunderschöne und gesunde Frühjahrblume. Löwenzahn wird meist als „Unkraut“ verschrien. Dabei kann man den Löwenzahn auch essen, denn er ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Erfahren Sie hier bei BellsWelt alles Wichtige über Löwenzahn – gesund und lecker.

Herkunft

Der Gewöhnliche Löwenzahn, allgemein als Löwenzahn bezeichnet, gehört zur Familie der Korbblütler – wie auch die Sonnenblume – und stammt ursprünglich aus dem westlichen Asien und ist mittlerweile fast überall auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Er wird häufig als Wildkraut auf Wiesen, an Wegrändern, Gärten, Brachflächen und Schutthalden angetroffen.

Löwenzahn – Wichtig für unsere Bienen

Als Frühblüher dient der Löwenzahn den Bienen als erste und wichtige Sammelstation sowie als erstes Futter für das Volk nach der Überwinterung (1). Somit ist der Löwenzahn für uns alle Wichtig. Ich darf es einmal sehr vereinfacht ausdrücken: Kein Löwenzahn – weniger oder keine Bienen. Keine Bienen – keine Bestäubung. Keine Bestäubung – weniger Nahrung. Den Rest könnt Ihr euch bestimmt selbst ausmalen.

Löwenzahn – gesund und lecker

Befassen wir uns jetzt mit den gesundheitlichen Eigenschaften des Löwenzahnes. Er hat viele heilende Eigenschaften und Wirkungen. Er kann in Form von Salat, Tee, Pflanzensaft und Löwenzahnwurzelextrakt genutzt werden. Hierbei sollte beachtet werden, den Löwenzahn, gleich in welcher Form, über einen längeren Zeitraum zu nutzen. Dies ist bei allen natürlichen Heilmitteln in der Regel erforderlich.

Löwenzahn – gesund und lecker bei Verdauungsproblemen

Seit sehr langer Zeit ist die positive Wirkung des Löwenzahnes auf sämtliche an der Verdauung beteiligten Organen bekannt. So wird die Magensaftsekretion – Produktion und Absonderung eines Sekrets durch eine Drüse – gesteigert, der Appetit angeregt und Krämpfe gelöst.

Aus diesem Grunde setzt man Löwenzahnprodukte, wie Tee oder Wurzelextrakt, bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl ein.

Löwenzahn verbessert den Fettstoffwechsel, indem er die Produktion der Gallenflüssigkeit anregt. Man spricht hier von einer cholerestischen Wirkung. Traditionell wird der Löwenzahn bei Hepatitis (Gelbsucht), Gallensteinen und Leberzirrhose eingesetzt. Hierbei sollte man jedoch den Rat eines Heilpraktikers oder eines Arztes beachten.

Löwenzahn – gesund und lecker - Löwenzahnwiese- BellsWelt
Löwenzahnwiese

Löwenzahn – gesund und lecker bei Krebs

In den letzten Jahrzehnten widmet sich die Forschung unter anderem den möglichen Einsatzgebieten des Löwenzahnes in der Krebstherapie. Es wurde positive Erfolge von Löwenzahntee bei Brustkrebs (2), von Nahrungsergänzungsmittel mit Löwenzahn bei Prostatakrebszellen (3) und von Löwenzahnwurzeln bei Leukämie (4) erzielt.

Löwenzahn – gesund und lecker reguliert den Wasserhaushalt

Der Löwenzahn enthält den gesundheitlich wertvollen Bitterstoff Taraxin. Er sorgt im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen, wie zum Beispiel Kalium, Magnesium und Phosphor, für eine harntreibende beziehungsweise entwässernde Wirkung. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Diuretika (harntreibende Arzneimittel) kommt es nicht zu einem Mineralstoffmangel (5).

Löwenzahn – gesund und lecker und seine Antioxidantien

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema den Antioxidantien gegen oxidativen Stress. Auch hier zeigt sich eine der Stärken von Löwenzahn. In einer Studie wurden Extrakte von Kurkuma, Löwenzahn, Artischocken und Rosmarin untersucht (6).

Die Forscher bestätigten die positiven gesundheitlichen Effekte aller dieser Pflanzen auf Leber und Galle. Im Anschluss wurden die krebshemmenden, antioxidativen und schützenden Wirkungen verglichen. Kurkuma wies hierbei die stärkste antioxidative Wirkung auf. Aber auch der Löwenzahn wirkt stark antioxidativ.

Löwenzahn – gesund und lecker reguliert den Blutzucker

Der Gewöhnliche Löwenzahn gehört zu den Pflanzen, die mit einem hohen Inulingehalt aufwarten. Dieser lösliche Ballaststoff sättigt nachhaltig, ist besonders gut verdaulich und beeinflusst den Blutzuckerspiegel positiv.  

Löwenzahn – gesund und lecker und seine Vitamine

Der Löwenzahn enthält reichlich Vitamin C, Provitamin A, Vitamin K und Folsäure. Rund 150 Gramm Löwenzahn decken den Tagesbedarf an Vitamin C und beim Vitamin A reichen schlappe 76 Gramm Löwenzahn.

Die Folsäure in Löwenzahn ist günstig für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch, denn dieses B-Vitamin hilft dabei, Missbildungen des Ungeborenen im Mutterleib zu verhindern. Hinzu kommen noch relevante Mengen an Vitamin B3 und B5.

Löwenzahn – gesund und lecker - Pusteblume - BellsWelt
Pusteblume

Löwenzahn – gesund und lecker in der Küche

Löwenzahnblätter kann man sowohl roh als auch gekocht verwenden. Sehr beliebt sind sie als Bestandteil eines grünen Salats, aber auch in Pesto, Risotto oder als Alternative zu anderem Blattgemüse, wie Spinat, machen sie eine gute Figur.

Die Blüten des Löwenzahns können entweder roh gegessen werden, beispielsweise als farbenfrohes Topping im Salat, oder in Form von Löwenzahnsirup, Honig oder Gelee weiterverarbeitet werden.

Möchte man die Blätter kochen, sollte man sie zunächst waschen und dann in mundgerechte Stücke schneiden. In leicht gesalzenem Wasser können sie anschließend circa zehn Minuten gekocht werden.

Die Wurzeln können getrocknet und in einer Pfanne angeröstet werden. Anschließend können Sie sie zu einem Pulver mahlen, um daraus einen Aufguss herzustellen. Pro Tasse kann dann ein Teelöffel dieses Pulvers in einen Filter gegeben und mit heißem Wasser übergossen werden. So entsteht ein kaffeeähnliches Getränk, dass in der Nachkriegszeit als Kaffee eingesetzt wurde.

Wer lieber Löwenzahntee trinken möchte, kann auf getrocknete oder frische Blätter zurückgreifen. Ein bis zwei Teelöffel sollten dabei für eine Tasse Tee verwendet werden. Die Ziehzeit beträgt etwa zehn Minuten.

Bleiben oder werden Sie gesund!


  1. Enoch Zander, Albert Koch (Begr.), Josef Johannes Michael Lipp: Handbuch der Bienenkunde. Der Honig. 3., neubearb. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-7417-0, S. 18.
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18425335/
  3. https://www.researchgate.net/publication/51021069_Suppression_of_growth_and_invasive_behavior_of_human_prostate_cancer_cells_by_ProstaCaid_TM_Mechanism_of_activity
  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0378874110006434?via%3Dihub
  5. https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/acm.2008.0152
  6. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/039463201002300222