Kartoffel-eine gesunde Knolle-Titel - Er&Ge

Die Kartoffel – eine gesunde Knolle

Die Kartoffel-eine gesunde Knolle, in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch als Erdapfel, Erdbirne und Grundbirne bezeichnet, zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Erfahren Sie hier mehr über die Kartoffel – eine gesunde Knolle, welche gesunden Inhaltsstoffe sie uns schenkt und vieles mehr.

Die Kartoffel stammt aus Südamerika

Die heute kultivierten und bei uns angebauten Sorten stammen von Landsorten aus den Anden ab. Aus archäologischen Funden heraus schätzt man das Alter der ersten wilden Kartoffeln auf 13 000 Jahre. Kultiviert wird die Kartoffel seit rund 8 000 Jahren. In Peru, welches lange als das alleinige Ursprungsland angesehen wurde, gibt es 3000 Sorten, die aber nur dort gedeihen. In Deutschland sind im Moment rund 180 Sorten zum Anbau zugelassen.

Wie, wann und durch wen die Kartoffeln nach Europa kamen, ist bis heute nicht genau geklärt. Unstrittig ist aber, dass sie zuerst auf den Kanaren angebaut wurden, wo sie von dort nach Spanien und dann ins restliche Europa gelangten. Rund 200 Jahre wurde sie aber nur als Zierpflanze angebaut, weil die oberirdischen Teile der Pflanze giftig sind. Die Knolle selbst geriet in Vergessenheit.

Ihren richtigen Wert als Nahrungsmittel erkannte man erst nach Ende des Siebenjährigen Krieges (1763) als eine große Hungersnot herrschte und man sich Gottseidank an die Kartoffel erinnerte. Seit diesem Zeitpunkt war der Siegeszug der Kartoffeln nicht mehr aufzuhalten.   

Die Kartoffel - eine gesunde Knolle-Kartoffelfeld-Er&GE
Kartoffelfeld

Heute werden weltweit jährlich etwa 370 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet, und zwar in China, Indien, Ukraine, Russland, USA, Bangladesch, Deutschland und anderen Ländern. Die Erntemengen sind in China am größten und nehmen in der Reihenfolge der Länderaufzählung ab (Deutschland rund 9 Mio. Tonnen). (1)

Einteilung der Kartoffeln

Weltweit existieren rund 5000 Kartoffelsorten, die aber nicht alle überall gedeihen würden. Wie schon erwähnt sind in Deutschland 180 Sorten zugelassen und anbaufähig.

Man unterscheidet die Sorten nach der Reifezeit und nach den Kocheigenschaften.

Die Einteilung erfolgt jedoch hauptsächlich nach der Reifezeit, die zwischen 90 und 160 Tagen liegt. Daher wird zwischen sehr frühen Sorten (den Frühkartoffeln), frühen, mittelfrühen bis späten Kartoffelsorten unterschieden.

Fest kochend, vorwiegend festkochend und mehlig kochend sind die Unterteilung nach den Kocheigenschaften. Festkochende Kartoffeln werden für Salate verwendet und mehlig kochende für Püree. Vorwiegend festkochende werden für die meisten anderen Gerichte verwandt. Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind also die Allrounder. 

Die Kartoffel - eine gesunde Knolle- Kartoffel im Boden-Er&Ge
Kartoffel im Boden

Was ist an der Kartoffel giftig

Die Schale und rohe Kartoffeln sind nicht giftig, obwohl dies manchmal behauptet wird. Die oberirdischen Pflanzenteile sind giftig und daher sollte man Kinder vom Verzehr abhalten. Die Kartoffeln selbst sind nicht giftig, rohe Kartoffeln sind schwer verdaulich, was viele Rohköstler aber nicht vom Verzehr abhält.

Das Alkaloid Solanin birgt aber eine gewisse Gefahr. In modernen Kartoffelsorten sind die Solanin Mengen sehr gering. Man müsste über 5,5 Kilogramm rohe ungeschälte Kartoffeln essen, um an eine gefährliche Dosis zu gelangen.

Problematisch wird es jedoch, wenn die Kartoffel grün verfärbt ist. Das für die Grünfärbung verantwortliche Chlorophyll arbeitet eng mit dem Solanin zusammen, daher Finger weg von grünen Stellen.

Was ist beim Kartoffelkauf zu beachten

Finger weg von Kartoffeln mit grünen Stellen. In den Supermärkten liegen Kartoffelnetze tagelang in heller Beleuchtung und so bilden sich die ersten grünen Stellen.

Es ist empfehlenswert unbehandelte Kartoffel zu kaufen. Konventionell erzeugte Kartoffeln werden oft mit Chemikalien behandelt-meist geschwefelt, ist auf den Verpackungen angegeben- um ein vorzeitiges Austreiben der Kartoffeln zu verhindern. Nur bei Bio-Kartoffeln können Sie sicher sein, dass keine Keimhemmer verwendet wurden.

Die richtige Lagerung

Im Supermarkt, aber auch in Hofläden findet man häufig Angebote die Kartoffeln sackweise zu erwerben. Vom Preis her wahrscheinlich lukrativ, wenn die Lagerung nicht wäre.

Damit die Kartoffeln nicht faulen, nicht austreiben und keine grünen Stellen bilden, sollte der Lagerort kühl, frostfrei, abgedunkelt und trocken sein, eine Temperatur von 4-8 °C wäre perfekt.

Frühkartoffeln sollten am besten nicht gelagert werden.

Die Kartoffel - eine gesunde Knolle- Kartoffeln vom Grill-Er&Ge
Kartoffeln vom Grill

Die Zubereitung von Kartoffeln

Die Kartoffeln sollten schonend verarbeitet werden (Dünsten, Garen oder Dampfgaren*)). Eine weitere von vielen Möglichkeiten der Zubereitung von Kartoffeln ist das Grillen. Am besten mit einem guten Olivenöl, lecker.

Beim normalen Kochen werden die Nähr-und Vitalstoffe der Kartoffeln und auch der Gemüse ausgewaschen.

Ich vergleiche den üblichen und althergebrachten Kochvorgang immer gerne mit dem Teekochen. Bei der Tee Zubereitung gebe ich einen Teebeutel in die Tasse- und übergieße den Tee mit heißem oder kochendem Wasser. Der Tee zieht einige Minuten, dann entsorge ich den Beutel in den Mülleimer und genieße den wunderbaren Tee.

Beim Kartoffelkochen mache ich es dann genauso. Ich gebe die Kartoffeln in den mit Wasser gefüllten Topf, bringe das ganze zum Kochen, lasse die Kartoffeln rund 20 min kochen, werfe die Kartoffeln in den Müll und löffele mit Genuss das Kochwasser. Richtig???

Nein, wir machen es umgekehrt. Hart ausgedrückt: Wir schütten die ganzen Nährstoffe mit dem Kochwasser in den Abfluss und die ausgelutschten Kartoffeln essen wir.

Daher sollten die Gemüse, zu diesen gehören ja auch die Kartoffeln, wie schon erwähnt, gedünstet oder im Dampfgarer gegart werden. Wer dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht kann, sollte mit möglichst wenig Wasser arbeiten, damit nicht alles den Abfluss runtergeht.

Die Kartoffel - eine gesunde Knolle-Kartoffeln in Spalten schneiden-Er&Ge
Kartoffeln in Spalten schneiden

Die Nährwerte der Kartoffeln

Kartoffeln sind eine gute Quelle für eine große Anzahl von Vitaminen und Mineralien, wie zum Beispiel Vitamin C und Kalium.

Jetzt kommen wir zu einem Knackpunkt: Die Nährwerte schwanken je nach Sorte und der Zubereitung. Die recht moderate Kalorienzahl (69 kcal/100g) steigt erheblich, wenn die Kartoffeln in Fett gebraten oder gar frittiert werden.

Das von der Kartoffel kostenlos zur Verfügung gestellte Eiweiß ist sehr hochwertig. Der Körper kann die Proteine einfach in körpereigene Eiweiße umwandeln.

Neben dem schon erwähnten Vitamin C enthält das Gemüse noch reichlich B-Vitamine und 15 verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente. Viele gesunde Gründe Kartoffeln zu mögen.

Kartoffeln und die Zellen

Den Begriff „Freie Radikale“ hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Freie Radikale werden vom Körper selbst während verschiedener Stoffwechselprozesse gebildet oder sie entstehen durch schädliche äußere Einflüsse wie Zigarettenrauch, UV-Strahlung oder Umweltgifte. Diese können unsere Zellen angreifen und schädigen. Dies kann so weit gehen, das Krebs entsteht (2).

Es gibt auch einen Schutz gegen freie Radikale. Antioxidantien! Diese Antioxidantien schützen unsere Zellen, indem sie die freien Radikalen neutralisieren und somit das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs verringern. In unserem Lieblingsgrundnahrungsmittel sind viele dieser Antioxidantien, die das Wachstum von Leber- und Darmkrebszellen unterdrücken können (3). Lesen Sie auch Aronia-ein Superfood aus der Region.

Kartoffeln und die Verdauung

Meine Mutter versorgte mich mit Kartoffelpüree, wenn ich als Kind Bauchweh hatte. Die in der Kartoffel vorhandene Stärke bindet Säure und Gifte, die zum Beispiel beim Durchfall entstehen und wirkt damit beruhigend. Kartoffelstampf oder -püree ist leicht verdaulich und belastet den Magen nicht- aber, er sollte nicht mit Milch und Unmengen an Butter zubereitet werden.

Wer mit Sodbrennen zu tun hat, sollte täglich 200 ml Kartoffelsaft zu sich nehmen. Die basische Wirkung der Kartoffel zeigt in der Regel hier schnellen Erfolg.

Kartoffeln und Blutzucker

Es ist sicher jedem bekannt, dass Kartoffeln viel Stärke enthalten. Diese Stärke wird als resistente Stärke bezeichnet. Resistente Stärke wird vom Körper vollständig aufgenommen und zu einer Nährstoffquelle für Darmbakterien umfunktioniert (4).

Die resistente Stärke soll eine Verringerung der Insulinresistenz bewirken, was wiederum die Blutzuckerkontrolle verbessert (5).

Kartoffeln und Heißhunger

Kaum ein vergleichbares Lebensmittel ist so sättigend wie die Kartoffel. Verantwortlich hierfür zeichnen die Kohlenhydrate, die nur langsam verdaut werden können, auf diese Weise bleibt der Blutzuckerspiegel länger konstant. Dadurch können Heißhungerattacken vermieden werden. Dies ist gerade bei Gewichtsreduzierungen wichtig, damit es nicht zu einem Jo-Jo-Effekt kommt.

Kartoffeln sind glutenfrei

Viele Menschen erleben keine Beeinträchtigungen, wenn sie glutenhaltige Lebensmittel, wie Weizen, Dinkel oder Roggen, verzehren.

Aber es gibt einen nicht sehr kleinen Anteil von Menschen, die unter Zöliakie leiden, was zu starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, wenn sie glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen (6).

Die gute Nachricht: Kartoffeln sind glutenfrei! Deshalb sind sie ideal für Personen, die sich glutenfrei ernähren möchten oder wollen. Noch ein Pluspunkt für die Kartoffel.

Kartoffel sind Dickmacher

Nein! Sie sind keine Dickmacher, wenn man sie nicht in Fett badet oder mit fettigen Soßen ertränkt. Die Kartoffel an sich ist und bleibt gesund. Ich weiß, viele von uns mögen Pommes mit oder ohne Mayo, ab und an einmal. Auch hier heißt es, die Menge macht das Gift.

 

Die Kartoffel - eine gesunde Knolle-
Pommes mit Mayonnaise-Er&Ge
Pommes mit Mayonnaise

Die Kartoffel-eine gesunde Knolle: Zusammenfassung

Die Frage, ob Kartoffeln gesund sind, muss man mit einem eindeutigen Ja beantworten. Kartoffeln enthalten Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien in relevanten Mengen, die alle unserer Gesundheit zugutekommen können.

Kartoffeln können die Blutzuckerwerte verbessern und helfen chronische Erkrankungen zu reduzieren. Sie können Beschwerden des Magen-Darm-Traktes lindern.

Sie sind sehr sättigend und das bei einem recht moderaten Kaloriengehalt.

Nicht ohne Grund sind die Kartoffeln weltweit und auch gerade bei uns in Deutschland so beliebt.

Abschließend darf ich Euch noch zwei wunderbare Rezepte ans Herz legen. Zum einen die „Backofen Kartoffeln mit buntem Gemüse“ und für die Freunde der bunten Kartoffeln den „Rot-Lila-Gelb Kartoffelsalat“ von BallesWorld.

Quellen

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