Basilikum – krebserregend oder gesund - Titel - BellsWelt

Basilikum – krebserregend oder gesund?

Ein Glück, dass es Basilikum gibt. Was wäre die italienische Küche ohne Basilikum? Egal ob Pasta oder Pesto, das großartige Gewürz macht aus normaler Pasta etwas Besonderes. Und mittlerweile verfeinert Basilikum weltweit Gerichte. Aber das ist noch nicht alles, Basilikum ist auch seit vielen Jahrhunderten eine Heilpflanze. Basilikum nützt den Augen und der Galle, stillt Schmerzen, beruhigt den Bauch und enthält ätherische Öle, die in Verruf stehen krebserregend oder erbgutschädigend zu sein. Erfahren Sie alles Wichtige über Basilikum – krebserregend oder gesund in diesem Beitrag.

Herkunft

Das Basilikum, auch als Königskraut, Basilienkraut oder Basilie bekannt wird großteils in subtropischen und gemäßigten Gebieten angebaut. Die genaue Herkunft ist heute nicht mehr feststellbar. Es gibt Hinweise auf Nordwest Indien als Herkunftsgebiet. Bereits 1000 v. Chr. wurde Basilikum bereits als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze in Vorderindien und Ägypten angebaut. Nach Deutschland dürfte das Gewürz- und Heilkraut im 12. Jahrhundert gelangt sein.

Basilikum – krebserregend oder gesund - Basilikum in der Küche - BellsWelt
Basilikum in der Küche © BellsWelt

Basilikum und seine Inhaltsstoffe

Der wunderbare aromatische Geruch deutet darauf hin, dass Basilikum eine nicht unerhebliche Menge an ätherischen Ölen in sich vereint. Vitamin A, C, D, E und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Kalium können im Basilikum nachgewiesen werden. Selbst Eisen spendet das Küchenkraut.

Hauptbestandteile von Basilikum:

  • Cineol – schleimlösend, antibakteriell und entzündungshemmend
  • Linalool – antimikrobielle Eigenschaften
  • Citral – antibakteriell, entzündungshemmend, entspannungsfördernd
  • Estragol – anisartiger Geruch
  • Eugenol – antimikrobiell, anästhesierende Wirkung
  • Methylcinnamat – aromatischer Geruch

Gerade beim Basilikum sollte man bedenken, dass die Inhaltsstoffe sehr nach Sorte variieren.  In Westeuropa enthält Basilikum insbesondere Linalool und Cineol. Osteuropäisches Basilikum kann hingegen vor allem mit Eugenol auftrumpfen. Wenn die Blätter in der Hand zerrieben werden und nach Zitrone riechen, ist das ein Hinweis darauf, dass vor allem Citral enthalten ist.

Basilikum – krebserregend oder gesund

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR hat am 24.06.2002 veröffentlicht, dass die beiden letztgenannten Inhaltsstoffe – Eugenol und Methylcinnamat – bei Tierversuchen krebs- und erbgutschädigende Wirkungen zeigten (1). Die Gehalte dieser Stoffe in Lebensmitteln sollten verringert werden.

Das BfR warnte vor übermäßigem Verzehr und legte Grenzwerte für diese Stoffe fest. Diese waren als Auftrag an die Pflanzenzüchter zu verstehen, dass die in Frage kommenden Pflanzen – Estragon, Basilikum. Anis, Sternanis, Fenchel und andere – die Grenzwerte einhalten.

Hierzu ist aber folgendes festzuhalten. Die krebserregenden und erbgutschädigenden Substanzen im Basilikum gibt es, aber sie sind in der Regel ungefährlich. Um in gesundheitsgefährdenden Bereich zu gelangen, müsste man über Wochen und Monate hinweg täglich mehr als 20 Basilikumblätter verzehren. Das wiederum kann ich mir beim Besten Willen nicht vorstellen. Hinzu kommt, dass bei den in Rede stehenden Untersuchungen das reine Estragol aus der Pflanze isoliert und hochkonzentriert verabreicht wurde. Derartige Hochdosen nimmt jedoch kein Mensch zu sich, wenn er Fencheltee trinkt oder Pesto isst.

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Basilikum – Basil

Basilikum in der Volksheilkunde

Die Heilwirkungen von Basilikum sind nicht so stark ausgeprägt, wie zum Beispiel beim Johanniskraut. Beide sind medizinisch anerkannt, beim Johanniskraut spricht man aufgrund der besseren Wirkung daher von einer Arzneipflanze und beim Basilikum von einer Heilpflanze (2,3).  

In der Natur- oder Volksheilkunde kommt Basilikum immer noch beifolgenden Beschwerden zum Einsatz:

  • Stress
  • Entzündungen
  • Verdauungsproblemen inkl. Magenbeschwerden
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schwindel
  • Regelschmerzen und Wechseljahrbeschwerden
  • Halsschmerzen und Heiserkeit
  • Hautkrankheiten
  • Gelenkschmerzen

Basilikum und unsere Verdauung

Befassen wir uns jetzt einmal etwas genauer mit den einzelnen gesundheitlichen Vorzügen von Basilikum.

Bauchkrämpfe, Blähungen und Magendrücken kennt jeder und hier kann Basilikum mit seinen ätherischen Ölen und den Gerbstoffen Linderung verschaffen. Basilikum unterstützt die Verdauung, indem er die Produktion von Gallenflüssigkeit anregt, was wiederum lindert.

Basilikum wirkt antibakteriell

Im Mittelalter nutzt man das Gewürz gegen Fieber und in der Ayurveda Lehre setzt man Basilikum zur Vorbeugung bei Erkältungen und Grippe ein. Wer viel mit Basilikum würzt, schützt sich vor Infektionen.

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Basil und seine Antioxidantien

Basilikum hat reichlich Polyphenole und Flavonoide zu bieten – sekundäre Pflanzenstoffe also, die schädliche freie Radikale bekämpfen und dazu beitragen, die Körperzellen gesund zu erhalten. Diese sogenannten Antioxidantien sorgen außerdem für einen wirksamen Schutz vor Entzündungen.

  • Sekundäre Pflanzenstoffe sind Bestandteil unserer täglichen Ernährung. Sie sind in Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Vollkornprodukten enthalten und geben den pflanzlichen Lebensmitteln ihre Farbe. Sie dienen den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder mikrobiellen Angriff und wirken darüber hinaus als Wachstumsregulatoren.
  • Freie Radikale sind „unersättliche Halunken“. Im Molekül haben sie einen Arm frei und mit diesem entreißen sie den körpereigenen Molekülen ein Elektron. Diesen Prozess nennt man Oxidation und diese kann langfristig zu Hautalterung, Rheuma, Demenz oder gar Krebs führen.
  • Antioxidantien bekämpfen diese Oxidation, indem sie freiwillig ein Elektron abgeben und so die freien Radikalen unschädlich machen.

Basilikum in der Schwangerschaft

Schwangeren Frauen und stillenden Müttern wird vom Verzehr nicht abgeraten, sie sollten aber vorsichtshalber besonders darauf achten, Basilikum in Maßen zu genießen. In der Schwangerschaft ist der übermäßige Verzehr von Basilikum noch aus einem weiteren Grund nicht ratsam: Das enthaltene ätherische Öl Campher kann – in hohen Mengen – Krämpfe in der Gebärmutter verursachen und Wehen auslösen.

Bei einem normalen Konsum ist jedoch nicht davon auszugehen, dass eine bedenkliche Menge erreicht wird – siehe oben -, auch während der Schwangerschaft spricht also nichts dagegen, gelegentlich Basilikum und Pesto zu genießen.

Basilikum – krebserregend oder gesund - Basilikum auf Pizza - BellsWelt
Basilikum auf Pizza © BellsWelt

Basilikum und Rheuma

Die rheumatoide Arthritis – Rheuma – ist eine Erkrankung chronisch entzündeter Gelenke. Klassische Symptome sind schmerzende Gelenke, die auch geschwollen sein können. Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt, um die Entzündungen in Schach zu halten. Da Basilikum ein entzündungshemmendes Potenzial hat, – siehe oben – wird es auch als möglicher Helfer bei Rheuma angepriesen.

Verantwortlich für den positiven Effekt sollen bestimmte Enzyme sein, die handelsüblichen Schmerz- und Entzündungshemmern ähneln. Basilikum soll die gleichen Wirkstoffe auf natürliche Weise wie Ibuprofen enthalten.

Patienten haben die Möglichkeit, von der Kraft des Basilikums zu profitieren. Zum Beispiel, indem sie das beliebte Küchenkraut regelmäßig zur Speisenzubereitung nutzen. Allerdings eignet sich Basilikum allein nicht, um eine rheumatoide Arthritis zu behandeln.

Basilikum – krebserregend oder gesund und seine Anwendungsformen

Das Basilikum kann auf verschiedene Arten verwendet werden.

Basilikum als Gewürz

Üblicherweise werden einige Blätter von der Pflanze gezupft und entweder mit gekocht oder auf kalte Speisen wie Salat oder Gazpacho gegeben. Basilikum kann relativ einfach angepflanzt werden, sodass die aromatischen Blätter in den gesamten Sommermonaten zur Verfügung stehen. Alternativ kann Basilikum in getrockneter oder tiefgefrorener Form genutzt werden. In diesem Zusammenhang darf ich auf ein grandioses Rezept hinweisen:  Das Basilikum-Minze Pesto mit Walnüssen von BallesWorld.

Basilikum als Tee

Um die Gesundheit zu fördern, kommen üblicherweise Basilikumtee und – öl zum Einsatz. Ein Basilikumtee ist simpel herzustellen. Getrocknete Blätter mit kochendem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen, eventuell mit Honig süßen und genießen. Natürlich ist auch die Zubereitung mit frischen Blättern möglich. Um die gesunden Inhaltsstoffe des Honigs zu behalten, sollte der Tee auf unter 40°C abgekühlt sein. Basilikumtee vertreibt Husten und Heiserkeit und hilft noch bei Appetitlosigkeit, Magenverstimmungen, Blähungen, Unruhe und Schlafstörungen.

Basilikum als Öl

Um Basilikumöl*) professionell herzustellen, werden die Blüten und Blätter der Basilikumpflanze genutzt. Mithilfe der Wasserdampfdestillation wird das Öl produziert. Basilikumöl hat seinen Preis. Er wird umso verständlicher, vor dem Hintergrund, dass zwischen 500 und 1000 kg der Pflanzenteile gebraucht werden, um 1 Liter Basilikumöl zu gewinnen.

Das ätherische Basilikumöl mit einem Träger Öl vermischt, kann z. B. bei Insektenstichen, bei rissiger Haut, Akne oder bei sonstigen Hautkrankheiten helfen. Bei Gelenkschmerzen kann das Öl pur verwendet werden. Das Öl kann auch auf den Schläfen aufgetragen werden, um Migräne zu lindern, Nervosität zu vertreiben und den Geist anzuregen.

Bei der innerlichen Anwendung wirkt ätherisches Basilikumöl stark entkrampfend und entzündungshemmend, aber auch entspannend und schmerzlindernd. Bei einer innerlichen Anwendung sollte aber ein Heilpraktiker oder Arzt die Anwendung begleiten.

Basilikumöl kann auch selbst hergestellt werden, hierbei handelt es sich allerdings in der Regel um angereichertes Öl. Für das Grundrezept werden 3-4 Bund Basilikum, 500 ml mildes Olivenöl benötigt. Etwa einen Monat dauert es, bis das Öl den Geschmack des Basilikums angenommen hat.

Basilikum – krebserregend oder gesund - Tomate Basilikum Salat - BellsWelt
Tomate Mozzarella Salat © BellsWelt

Basilikum in der Küche

Basilikum wird oft roh und frisch gegessen, kommt aber auch getrocknet zum Einsatz. Den Salat Tomate-Mozzarella kennen wir alle, übrigens gibt es ihn auch in gegrillter Form. Basilikum passt zu Fisch, Kräutersaucen, Fleisch, Geflügel, Rührei und Kartoffeln. Vor allem der Geschmack von Gemüsesuppen und Salaten wird durch die Zugabe von frischem Basilikum verfeinert, und es wird zur Herstellung vieler Kräuteröle und Essigsorten genutzt.

In der italienischen Küche findet man Basilikum vor allem als unverzichtbaren Bestandteil des Pestos und von Tomatengerichten – die Auswahl an entsprechenden Rezepten ist enorm. Darüber hinaus eignet sich Basilikum als diätetisches Gewürz, da es das Salz ersetzen kann und dies freut die Anwender der DASH-Diät.

Basilikum – krebserregend oder gesund: Fazit

In der richtigen Dosierung ist Basilikum nicht gesundheitsschädlich und kann sogar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Klassischerweise wird es angewendet, um Magenverstimmungen zu vertreiben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät jedoch dazu, sparsam mit den ätherischen Ölen Estragol und Methyleugenol umzugehen. Die Wirkstoffe befinden sich auch im Basilikum und könnten womöglich krebserregend und erbgutverändernd sein. Einfach ausgedrückt: die Menge macht das Gift.

Basilikum besitzt antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Das Gewürzkraut wird eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken und das Herz-Kreislaufsystem zu schützen. Das Heilkraut kann Linderung bei Entzündungen, Kopfschmerzen, Migräne und Magenverstimmungen verschaffen.

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